Erster beweis für Dunkle Materie

Erster beweis für Dunkle Materie

Materie-DW-Wissenschaft-MuenchenDie sogenannte “dunkle Materie” stellt trotz langjähriger Basisforschung immer noch ein Mysterium dar. Wissenschaftler behaupten, dass die nicht sichtbaren Teilchen bis zu fünf Mal häufiger im Universum vorkommen als die bekannten atomaren Bestandteile, aus denen beispielsweise unser Sonnensystem besteht. Das Problem dabei: Nachweisen lässt sich die dunkle Materie nur durch die Beobachtung der Auswirkungen, die sie verursachen. Diese könnten aber auch von anderen bisher unbekannten Phänomenen stammen.

Ein erster Durchbruch nach der Suche der unsichtbaren Teilchen, die unser Universum zusammenhalten, könnte jetzt dem Teilchendetektor auf der Internationalen Raumstation (ISS) gelungen sein, denn das als AMS (Alpha Magnetic Spectrometer) bezeichnete Teilchenspektrometer hat einen gewaltigen Überschuss an Positronen gemessen, die offenbar ständig von allen Seiten auf die Erde einprasseln. Die Positronen sind die Antiteilchen des Elektrons, treffen die beiden aufeinander kommt es zur Annihilation und beide Teilchen werden zerstört. Lediglich im Vakuum, also im luftleeren Weltraum, können Positronen eine stabile Form annehmen. Außerdem sind die Positronen das Produkt von zwei aufeinanderstoßenden Teilchen aus dunkler Materie. Der Überschuss der Positronen, die auf die Erde zufliegen könnte also daher rühren, dass Teilchen von dunkler Materie miteinander kollidieren.

Jedoch gibt es auch andere kosmische Phänomene, die große Ansammlungen von Positronen hervorrufen, zum Beispiel Pulsare, die schnell rotieren und dabei Teilchen ausstoßen. Pulsare haben zwar eine relativ kurze Lebensdauer von etwa zehn Millionen Jahren, können in ihren aktiven Phase aber eine ganze Menge Positronen aussenden, die auch die Erde erreichen könnten. Die Auswertung der gesammelten Daten wird wohl noch einige Monate dauern. Das CERN hat bereits mit der Analyse angefangen und hofft, dass es sich tatsächlich um einen Nachweis der dunklen Materie handelt.

 

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