Tag 2: Die Simulation beginnt.
23. Mai 2010
Pfingstsonntag. 8:30 früh. Das Morgen-Briefing beginnt - Es steht der erste Tag der Simulation bevor. Testleiterin Daniela Scheer erläutert den Ablauf des Tages: Hauptfokus des Tages ist das „Contamination Vector Experiment“ (CVE). „Ziel ist es die Kontaminierung der Proben aber auch des Anzugs zu messen, „ erklärt Gernot Grömer, Projektleiter des Aouada.X-Raumanzug-Simulators, “damit können wir –vorerst noch qualitativ- testen, ob eine sterile Probenentnahme auf dem Mars möglich ist.“
Gleich nach dem Morgen-Briefing wird OPS (Operations) und MCC (Mission Control Center) besetzt und der Raumanzug Simulator „anzogen“ – in Fachsprache heißt dies „donning“. „OPS for MCC what is the status of the donning procedure?“ fragt MCC CapCom Reinhard Tlustos die Operation Leute. OPS ist nämlich vor Ort und hat direkten Kommunikationskontakt mit dem Anzugtester. „Donning procedures is 95% complete, we are about to close the helmet”, hört man OPS CapCom Eva Hauth über das Mikrofon sagen.
Alle Systemen arbeiten, Anzugtester Ulrich Luger bekommt das „Go“ von MCC mit den wissenschaftlichen Experimenten loszulegen. Seine erste Aufgabe ist es in Eis zu bohren um eine Probe zu entnehmen. Dabei ist der Bohrer mit Mikrospherulen (kleine Plastikkügelchen) „verseucht“. Im Labor wird dann später untersucht wie viele von den Mikrospherulen im Eis nachweisbar sind und somit eine Vorwärts-Kontamination stattgefunden hat. Anna Kluibenschädl, die Experimentenleiterin ist vor Ort und unterstützt den Anzugtester bei der Einhaltung des Protokolls: „Das war ganz schön anstrengend, es muss nicht nur die richtige Reihenfolge des Protokoll eingehalten werden, sondern auch immer sichergestellt werden, dass sauber gearbeitet wird um keine Proben zu verseuchen“. Neben dem Bohren im Eis wird auch in Beton (der einen kontaminierten Stein auf dem Mars simuliert) gebohrt und zum Schluss nimmt der Anzugtester aus simuliertem Marssand mit einem kleinen Spatel Proben um sie in einen eigens dafür gebauten Behälter zu geben. - Mit Analog-Handschuhen ist das gar keine so einfache Aufgabe.
Nach vier Stunden ist es geschafft, alle Proben sind verstaut, ins Labor transportiert und der Anzugtester wird ausgezogen („doffing“). Nach einer kurzen Pause darf Ulrich Luger nochmal in den Anzug schlüpfen. Ingemar Skoog, vom PolAres Advisory Board, ist eigens für den Test angereist und führt das Protokoll des „donnings“. Kurz bevor die Anziehprozedur beendet ist, wird ein Problem mit der Luftversorgung bzw. Stromversorgung festgestellt. „There is hardly any air stream in the helmet“, meldet Ulrich Luger an OPS. Des Weiteren kommt es auch zu intermittierenden Ausfällen der Luftversorgung. Daher muss aus Sicherheitsgründen der zweite Test am Nachmittag abgebrochen werden. Die OBDH (on board data handling) Leute kümmern sich sofort um das Problem und können die fehlerhafte Stromversorgung noch am selben Abend beheben.
Beim Debriefung resümiert Projektleiter Gernot Grömer: „Wir haben Fehler gemacht, aber wir auch wirklich viel gelernt. Herausragend war die großartige Disziplin aller Projektteilnehmer und das Team freut sich schon auf einen produktiven Testtag morgen – langsam merkt man, wie sich die Teams einspielen und schon die erste Routine bei den Prozeduren zu sehen ist.“
Beendet wird der Abend mit einem gemütlichen Barbecue.
Veranstaltungen
Integrationsworkshop zur Vorbereitung des Dachstein Feldtestes im Suitlab Laboratory Innsbruck
Gernot Grömer im Planetaium Stuttgart - Multimediavortrag mit Gernot Grömer rund um die Forschungsaktivitäten des ÖWF.
Wann: 15. März 2012
Wo: Planetarium Stuttgart
Von 15 bis 17 Uhr heißt es für Kinder wieder, das Weltall mit selbst gebauten Raketen zu erkunden.
Wie jedes Jahr feiern wir am 12. April den Erstflug von Yuri Gagarin. 2012 wird die Yuris Night im Naturhistorischen Museum in Wien stattfinden. Auch der Polarsternpreis 2012 wird im Rahmen der Veranstaltung verliehen.
Wann: 12. April 2012, 18 Uhr
Wo: Naturhistorisches Museum Wien
Die Europäische Weltraumorganisation ESA sucht und finanziert TeilnehmerInnen für das European Space Camp 2012.
Das European Space Camp auf der nordnorwegischen Raketenbasis Andoya lädt Jugendliche im Alter zwischen 17 und 20 Jahren vom 24. Juni bis 2. Juli 2012 zur Teilnahme am Raketenstarten im Rahmen des European Space Camp 2012 ein.
Die Bewerbungsfrist läuft bis 1. April 2012.
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