Das ÖWF trauert um Hannes "Capitano" Mayer
30. März 2010
Ende März 2010 verstarb in Salzburg völlig unerwartet Hannes Mayer, der als langjähriges ÖWF Mitglied unsere Organisation mit geprägt hat.
Dem Capitano zuzuhören ist immer angenehm für mich, erstens weil er dauernd etwas zu erzählen weiß, zweitens weil es selten langweilig wird. Ich mag die Mischung aus oberösterreichischem Einschlag und Weltgewandtheit. Er erfindet den „tele-garten“, den er mit Internet-Freunden aus der ganzen Welt beharkt. Er kommuniziert mit amerikanischen Münzsammlern und besucht sizilianische Salinen-Besitzer auf der Suche nach neuen Krebserln. Er hat eine so freundliche Art.
Mit den Italienern spricht er Italienisch, obwohl er es noch gar nicht kann. Kaum zurück in Salzburg, lernt er es an der Volkshochschule. Neugierig wie es sich für einen Kapitän gehört.
In seinem Geldbörsel hat er echte antike Münzen, die er mir zeigt und erklärt. Seinetwegen fange ich beinahe an, Münzen zu sammeln. Nach Italien kommt er immer mit seinem roten Kapitäns-Cabrio, das auf den ersten Blick ein Ferrari, beim näheren Hinschauen aber ein Mazda ist. Er hat Musik im Autoradio, die mir gefällt. Am nächsten Tag habe ich die CD als Geschenk, und sie nennt sich „Captain’s Mischung“.
Capitano ist tatsächlich eine Mischung. Er ist ÖWF-Mitglied, er hat genauso wie wir die Liebe zu den Sternen entdeckt, als er noch ein Kind war, das an Höhe nicht weit über ein Teleskopstativ hinauskommt. Er hilft im Missions-Kontrollzentrum mit im legendären AustroMars-Jahr 2006. Er kommt zur Weltraum-Party mit einem Trichter aus Aluminium am Kopf und wie immer gut aufgelegt. Ein sanfter, seltsamer Riese ist der Capitano.
Dass er persönliche Probleme hat, weiß ein kleiner Kreis von – so nenne ich uns mal – Freunden. Hilfe zu geben ist sehr kompliziert. Mal geht es besser, dann schlechter. Capitano ist ein Meister des Verstellens unter der Kapitänsmütze. Für diesen Sommer möchte ich ihn endlich wieder nach Rom einladen; ich mache mir nur Sorgen, woher ich eine neue Aufzucht Urzeitkrebse nehmen soll, weil mir die von ihm geschenkten leider eingegangen sind.
Aber das hat sich plötzlich, einfach so im Frühling, erübrigt.
Der Capitano ist mit 34 Jahren gestorben, weil er vielleicht ein bisserl zu anders war für unsere Mainstream-Welt. Das geht mir nahe. Aber ich weiß, was ich jetzt machen werde: Ich gehe in den GS-Supermarkt, in dem er für sein „Afghanisches Gulasch“ so gern eingekauft hat, und kaufe mir die Zahnpasta Marke „Capitano“. Ich glaub das gefällt ihm.
Alexander Soucek
Es war irgendwann im Spätherbst 1991, am Linzer Froschberg, mitten in der Nacht, in der Sternwarte der Linzer Astronomischen Gemeinschaft: durch einen schmalen Kuppelspalt kann man im Dunkeln das Teleskop erahnen, dass in die Tiefen des Weltraums späht. Das was etwas ungewöhnlich anmutet, ist die überlaute Musik (ich glaube, mich an „Queen“ erinnern zu können), die eher auf eine exzessive Fete hinweist, als auf astronomische Beobachtungen. Im Kuppelinneren pressen abwechselnd Capitano und ich unsere Augen gegen das Okular, die Kälte die durch uns dringt, geflissentlich mit stoischer Geduld ignorierend, im Visir: Der Mond, so klar, so hell, so verheißungsvoll.
Das ist meine erste Erinnerung an Capitano, und irgendwie sind es genau solche Nächte wie jene vor fast zwanzig Jahren, die manchmal ein ganz besonderes Band zwischen Menschen schaffen. Das gemeinsame Zittern vor Kälte hinter dem Teleskop mit dem unausgesprochenen „Is-ma-egal-ich-will-beobachten“-Gefühl, von den Zukunftsplänen, in Wien Elektrotechnik studieren zu wollen, sofern man denn überhaupt einmal die unglaublich scheinende Hürde der Matura schaffen sollte. Und irgendwie sind wir dann erwachsen geworden, Capitano hat es nach Salzburg verschlagen, wir reden manchmal über Autos, seltener über Frauen, immer aber über Computerhardware, Software-Kniffe, und dann die Krebschen, das Salz aus Cervia und dass der nächste Italienurlaub ohnehin schon längst überfällig ist.
Und als ich Capitano zum ersten Mal in seiner Salzburger Wohnung besuche, beeindruckt er mich mit einem selbstgekochten Abendessen, bei dem Jamie Oliver neidisch geworden wäre. Und genau das ist er auch: Ein Mensch, der sich plötzlich in den verschiedensten Dingen hingibt, mit unglaublicher Liebe zum Detail, einem starken Drang zum Ausprobieren und seiner unverwechselbaren liebenswerten Mitteilsamkeit.
Und jetzt ist er nicht mehr. Und ich habe das Gefühl, dass unser Planet gerade ein Stückchen grauer geworden ist. Ein bisschen leiser.
Du fehlst uns, Capitano. Aber wir, deine Freunde, wir tragen ein bisschen von dir in uns weiter.
Gernot Grömer
"Though my soul may set in darkness,
It will rise in perfect light,
I have loved the stars too fondly
To be fearful of the night”
Sarah Williams
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Hannes wird im engsten Familienkreis in Leonding beigesetzt.
Veranstaltungen
Das Österreichische Weltraum Forum lädt zur 7. ordentlichen Generalversammlung am
18. Februar 2012, 17:00 im Suitlab des Österreichischen Weltraum Forums, Technikerstr. 21a, 6020 Innsbruck (ICT Gebäude) Generalversammlung am
ein. Dieses Jahr wird diese Sitzung aufgrund der Projektarbeiten von PolAres im kleinen Rahmen abgehalten, d.h. wir möchten ausdrücklich auf die Möglichkeit einer Teilnahme via Skype bzw auf die Möglichkeit von Stimmvertretungen (in Form einer schriftlichen Stimmübertragung an ein anwesendes stimmberechtigtes Mitglied) hinweisen. Generalversammlung am
Tagesordnung:
- Eröffnung durch den Obmann und Feststellung der Beschlussfähigkeit
- Entgegennahme und Genehmigung des Rechenschaftsberichtes und des Rechnungsabschlusses
- Entlastung des Vorstandes und Neuwahl des Vorstandes sowie der Rechnungsprüfer
- Allfälliges
Integrationsworkshop zur Vorbereitung des Dachstein Feldtestes im Suitlab Laboratory Innsbruck
Der Weltraum ist zu unserem Zukunftsraum geworden. Weltraumtechnologien ermöglichen neue Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen unserer Zeit: von der nachhaltigen Landnutzung bis zur intelligenten Verkehrslenkung. Mit dem Satellitennavigationssystem Galileo startet Europa einen neuen Innovationszyklus mit einer Vielzahl potenzieller Anwendungen, die unseren Alltag verändern werden. Österreich partizipiert an diesen Entwicklungen und treibt sie selbst voran, etwa durch seine ersten beiden Satelliten, die demnächst in die Umlaufbahn geschickt werden.
WANN: 22. Februar 2012 18 Uhr
WO: Ovalhalle im MuseumsQuartier, Museumsplatz 1/5, 1070 Wien
Gernot Grömer im Planetaium Stuttgart - Multimediavortrag mit Gernot Grömer rund um die Forschungsaktivitäten des ÖWF.
Wann: 15. März 2012
Wo: Planetarium Stuttgart
Von 15 bis 17 Uhr heißt es für Kinder wieder, das Weltall mit selbst gebauten Raketen zu erkunden.
Wie jedes Jahr feiern wir am 12. April den Erstflug von Yuri Gagarin. 2012 wird die Yuris Night im Naturhistorischen Museum in Wien stattfinden. Auch der Polarsternpreis 2012 wird im Rahmen der Veranstaltung verliehen.
Wann: 12. April 2012, 18 Uhr
Wo: Naturhistorisches Museum Wien
Die Europäische Weltraumorganisation ESA sucht und finanziert TeilnehmerInnen für das European Space Camp 2012.
Das European Space Camp auf der nordnorwegischen Raketenbasis Andoya lädt Jugendliche im Alter zwischen 17 und 20 Jahren vom 24. Juni bis 2. Juli 2012 zur Teilnahme am Raketenstarten im Rahmen des European Space Camp 2012 ein.
Die Bewerbungsfrist läuft bis 1. April 2012.
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