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17. - 18. Dezember 2005

Verschlafen tappen wir um neun Uhr morgens aus dem Taxi. Um pünktlich zu kommen, mussten wir um sechs Uhr früh in Wien in den Zug steigen. Ziel unserer Reise war der Progress-Workshop, ein Meilenstein auf unserem Weg zu AustroMars. Was erwartete uns? Zum einen eine Bestandsaufnahme: Was ist geschehen, was wurde bereits erreicht. Außerdem stellten wir fest, welche Arbeitsschritte noch zu erledigen sind. Und last but not least: Für uns alle bekamen die Finalisten aus der Liste, die wir am 8. Dezember erhalten hatten, ein Gesicht – soweit wir sie noch nicht kannten.

Am Vormittag wurden die laufenden Projekte vorgestellt. Der Hausherr Univ.-Prof. Dr. Helmut Hinghofer-Szalkay begrüßte uns mit dem Aufruf, „Sendungsbewusstsein“ zu entwickeln, wodurch er die Schaffung eines öffentlichen Bewusstseins für Raumfahrt durch Projekte wir AustroMars hervorhob. Gernot Grömer nahm diesen Aufruf wohl wörtlich und folgte mit einer flammenden Begrüßung. Alexander Soucek erklärte danach, auf welche Weise die „Schiene Rot“, die Outreach-Fraktion (oder „Werbefuzzis“) dieses Sendungsbewusstsein nach außen tragen werden. Wir geben uns gerade Mühe damit ;-)

Danach begann für die Finalisten die „Schule“: sie wechselten in einen anderen Raum und bekamen Theorie-Unterricht. Bei uns ging es weiter mit der Vorstellung der wissenschaftlichen Projekte.

Bio-Mars: Dieses Experiment misst das Ausmaß der Kontamination der Umwelt und auch des Habitats durch die Außenbordmanöver der Mission. Anders als die Mondoberfläche ist der Mars für uns toxisch. Außerdem gefährdet der Staub die Dichtigkeit der Gelenke und Ventile.

Astronomie auf dem Mars: Auch wenn heute die astrophysikalischen Fragestellungen von 2030 nicht vollständig absehbar sind, wird ein Teleskop mit Reisegepäck der Marstronauten sein. Uns interessiert, wie ein Teleskop modifiziert werden muss, um von einen Astronauten bedient werden zu können.

Marsrover und Aerobot: Bevor Menschen in unbekannte und möglicherweise gefährliche Gegenden geschickt werden, werden zuerst unbemannte Roboter zu Land und zu Luft zum Erkunden vorgeschickt. In

Geo-Mars, stellt wir uns die Frage, wie das Werkzeug beschaffen sein muss, sodass die Astronauten in ihren schweren Anzügen auch Bodenproben nehmen können, und wie geologisches Arbeiten auf dem Mars aussehen könnte. Dieses Projekt steht in enger Zusammenarbeit mit BioMars
Physio-Mars: Bisher wurde vernachlässigt, dass Missionen und Missionssimulationen körperlich sehr anstrengend sind. Die „Austronauten“ erlernen Massage- und Entspannungstechniken. So wollen wir herausfinden, ob die Arbeit dadurch effizienter wird.

Psycho-Mars: Die Astronauten sind aber nicht nur körperlichem sondern auch psychischen Stress ausgesetzt. So überlegten sich die Mitglieder vom PsychoMars Methoden um die Auswirkungen während der Außenbordmanöver messbar zu machen.

MCC/Engineering: So viele Experiment-Programme benötigen eine gemeinsame Schnittstelle und technische Betreuung. Diese wird während der Simulation das Mission Control Center, MCC sein. Dieses wird sich in Österreich befinden und unsere Mars-Simulanten in Utha überwachen. Im MCC laufen während der Simulation alle Fäden, ahmm, Daten und Kommunikation zusammen. Im Vorfeld sind die Techniker des Engineering-Teams Ansprechpartner für alle Sonderwünsche die die Wissenschaftsteams für ihre Experimente haben.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen, das auch zum Teambuilding beitrug, setzten sich die Arbeitsgruppen zusammen, um ihren Status Quo und den Fahrplan für die nächsten 100 Tage zu besprechen. Ein gemeinsamer Besuch beim Punsch-Stand vor dem Abendessen rundete den Abend ab. Was wäre ein ÖWF-Event ohne viel Gelächter und hochtrabenden Planungen für die Zukunft. Zum Thema „wie können wir AustroMars toppen“ kam die Idee: „Wir starten einen Satelliten“. Die Diskussionen und Planungen gingen bis spät in die Nacht weiter, teils auch unterwegs auf nächtlichen Expeditionen durch das weihnachtliche Graz.

Am nächsten Tag ging es frisch erholt um 9 Uhr, morgens wieder los. Nach einer weiteren kurzen Session in den Arbeitsgruppen, fanden sich alle nochmals ein um ihre Ergebnisse gegenseitig zu präsentieren. Nach einer Zusammenfassung des derzeitigen Projektstatus sowie Beschwörung des Teamgeistes und Sendungsbewusstseins eines jeden einzelnen Mitarbeiters durch die Projektleiter gingen wir im wahrsten Sinn des Wortes zum letzten gemeinsamen Programmpunkt über, einem abschließenden Mittagessen. Während die Finalisten der Selektion am Sonntag Nachmittag sich weiter dem Training widmeten traten die vielen fleißigen Helfer hinter den Kulissen den Heimweg an. Im Gepäck eine individuelle Liste mit Aufgaben für die nächsten 100 Tage, denen wir mit Spannung entgegenblicken.

Veranstaltungen

17-19. Februar 2012 - Integrationsworkshop ÖWF Innsbruck

Integrationsworkshop zur Vorbereitung des Dachstein Feldtestes im Suitlab Laboratory Innsbruck

15. März. 2012 - "Expedition Mars"

Gernot Grömer im Planetaium Stuttgart - Multimediavortrag mit Gernot Grömer rund um die Forschungsaktivitäten des ÖWF.

Wann: 15. März 2012
Wo: Planetarium Stuttgart

20. März 2012 - Junge Uni Innsbruck "Multi-Culti" - Raketenbastelworkshop

Von  15 bis 17 Uhr heißt es für Kinder wieder, das Weltall mit selbst gebauten Raketen zu erkunden.

12. April 2012: Yuri's Night & Polarstern-Preis Verleihung

Wie jedes Jahr feiern wir am 12. April den Erstflug von Yuri Gagarin. 2012 wird die Yuris Night im Naturhistorischen Museum in Wien stattfinden. Auch der Polarsternpreis 2012 wird im Rahmen der Veranstaltung verliehen.

Wann: 12. April 2012, 18 Uhr
Wo: Naturhistorisches Museum Wien
 

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24.Jun-02. Jul: European Space Camp 2012

Die Europäische Weltraumorganisation ESA sucht und finanziert TeilnehmerInnen für das European Space Camp 2012.

Das European Space Camp auf der nordnorwegischen Raketenbasis Andoya lädt Jugendliche im Alter zwischen 17 und 20 Jahren vom 24. Juni bis 2. Juli 2012 zur Teilnahme am Raketenstarten im Rahmen des European Space Camp 2012 ein.

Die Bewerbungsfrist läuft bis 1. April 2012.

SpaceCamp Webseite

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